You are currently viewing Ich bin anders – Meine Welt als (vermuteter) Autist
Photo by Peter Burdon on Unsplash
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Mein erster Blogbeitrag begann mit «Kennen Sie das?». Es ist ein Einstieg, welchen ich oft bewusst wähle. Dieses Mal beginne ich mit: Das kennen Sie wohl nicht…

Schon als Kind fühlte ich mich anders. Freunde? Brauchte ich nicht, ich beschäftigte mich lieber mit Büchern, Tieren und Computern. Auch heute bin ich lieber allein, weit ab vom Trubel und einer Welt, die sowieso niemand versteht – und ich schon gar nicht. Ich fühle mich wie auf einem falschen Planeten – daher auch Wrong Planet Syndrom.

Für mich ist ein einfacher Einkauf ein Spiessrutenlauf. Der Lärm aus den Lautsprechern. Unerträglich. Das helle, gleissende Licht. Eine Qual. Die lärmenden Menschen. Der Horror. Der Geruch von Lebensmitteln, Parfums, Waschmittel, Putzmittel, Backwaren, Plastik, Karton, Ausdünstungen. Dabei wird mir übel. Sie wundern sich? Das habe ich mich auch. Während vielen Jahren. Aber über die Menschen!

Für die meisten Menschen bin ich anders. Und das darf ja nicht sein, das wird mir auch immer wieder zu verstehen gegeben. Gut gemeinte Ratschläge wie: Das musst du ändern, das schränkt dich ein, versuche es doch wenigstens (Was? «Normal» zu sein?), stell dich nicht so an, usw. usf. sind an der Tagesordnung. Eine Therapie ist nur dann erfolgreich, wenn wir anderen uns so verhalten, wie das von der Gesellschaft erwartet wird. Ganz ehrlich? Das ist doch lächerlich. Da wird uns in der Schule beigebracht, dass wir alle individuell sind, selbst jeder Fingerabdruck ist einzigartig. Aber verhalten sollen wir uns gefälligst so, wie das erwartet wird. Ein Widerspruch in sich. Davon sehe ich in der Gesellschaft sehr viele und ich wundere mich täglich darüber, dass das den «Normalen» nicht auffällt.

Warum soll ich so sein, wie alle anderen? Ich war nie so wie meine Eltern oder andere Erwachsene und Kinder. Aber auch nicht wie ein Hund. Oder ein Fisch, ein Hamster, ein Tisch oder ein Skateboard. Wozu auch? Warum soll ich so sein, wie etwas oder jemand anderes, was um mich herum ist? Weil es anscheinend von den “Normalen” erwartet wird.

Das habe ich irgendwann zu spüren bekommen. Ich wurde in der Schule gemobbt, geschlagen, getreten, misshandelt, beleidigt und verachtet. Selbst Lehrer straften mich mit verächtlichen Blicken, Blossstellungen vor der Klasse oder erzählten mir, dass das mit dem Englisch nichts werde. Warum? Das ist mir bis heute ein Rätsel. Ich habe niemandem etwas getan. War es Dummheit? Ignoranz? Angst? Können Sie sich vorstellen, wie es ist, sich jede Pause in der Schule auf der Toilette zu verstecken? Damit man nicht gequält wird?

Und wenn jemand anders ist – na und? Liegt es vielleicht nur an der fehlenden Toleranz der anderen? Die Frage wäre, wer ist hier eigentlich anders? Wer definiert überhaupt das Andersein?

Heute bin ich froh, dass ich anders bin. Einzigartig. Besonders. Nicht so wie alle anderen. Ich bin so, wie es (fast) alle anderen niemals sein können. Ein Kieselstein am Sandstrand. Der Farbklecks auf dem schwarzen Untergrund.

Ich werde Ihnen meine Einzigartigkeit in weiteren Blogbeiträgen gerne näherbringen. Kommen Sie mit mir mit in eine Welt, die ganz anders ist als die Sie kennen. Lernen Sie, was es heisst, Geräusche, Farben und Gerüche intensiver wahrzunehmen. Dinge zu sehen, die Sie niemals bemerken. Zusammenhänge zu sehen, die Ihnen verborgen bleiben. Widersprüche zu erkennen, die Sie nicht sehen. Und sich in einem Gebäude auch nach 20 Besuchen noch zu verlaufen.

Kommen Sie mit mir auf MEINEN Planeten. Begleiten Sie mich auf meinem Weg zur Diagnose. Es wird spannend!

Disclaimer:
Die Beiträge bilden nur meine Meinung ab. Sie haben Ihre eigene – grossartig! Wir können alle Freunde sein.

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